Regeln

Die Debatten

In Deutschland finden vor allem zwei Debattiermodelle Anwendung, die wir Euch im Folgenden vorstellen. Die Regionalmeisterschaften und Deutsche Debattiermeisterschaften abwechslend im Format der Offene Parlamentarische Debatte (OPD) oder des British Parliamentary Style (BPS) statt.

Beide Systeme haben ihre Vorzüge. Es gibt daher Clubs, die sich entweder für das eine oder das andere Format entschieden haben. In Dresden haben wir uns einen besonderen Debattierturnus ausgedacht: Wir richten uns nach den nationalen Meisterschaften, rufen also im Wechsel ein OPD- oder BPS-Jahr aus. Zwei Semester lang, vom Wintersemester bis Sommersemester (Oktober bis August des nächsten Jahres), debattieren wir ausschließlich in dem Format, in dem am Ende der Saison die Deutsche Meisterschaft stattfindet. Nach der Deutschen Meisterschaft und der Sommerpause Üben wir uns dann wieder im jeweils anderen Format. Der Wechsel im Jahresrythmus ermÖglicht uns, zwei Semester lang in ein Format einzutauchen, um nach der Sommerpause im jeweils anderen Format wieder ganz neue Herausforderungen zu finden.

Von Oktober 2015 bis August 2016, d.h. im Wintersemester 2015/16 und im Sommersemester 2016, befinden wir uns im BP-Jahr.

 

British Parliamentary Style

Das BPS-Modell ist das auf internationalen Turnieren angewandte Format. Im BPS treten acht Redner, je vier auf Pro- und Contra-Seite, – per Los bestimmt – gegeneinander an. Pro- und Contra-Redner wechslen sich mir ihren freien Reden ab. Jeder Redner hat 7 Minuten Redezeit, wovon die erste und die letzte Minute „geschützt“ sind. D.h., in dieser Zeit sind keine Zwischenfragen erlaubt. In den Übrigen fünf Minuten sind Zwischenfragen der Gegenseite erlaubt, die der Redner aber per Handwink ablehnen kann.

Das BPS-Modell legt den Fokus auf den Sachinhalt, also auf einen guten Sachverstand und eine gute Urteilskraft Über die Argumente.

 

Offene Parlamentarische Debatte

Die Regeln der Offenen Parlamentarischen Debatte wurden in Tübingen entwickelt. Die Besonderheit ist die Teilnahme einer dritten, zunächst neutralen Rednerpartei. Das OPD-Modell legt den Fokus auf den Form und Inhalt, es wird also ebenso stark das Auftreten, die Sprachkraft und das Gesamtverhalten in der Debatte bewertet.

Demnach bilden 6 Redner, je drei auf Pro- und Contra-Seite die Fraktionen der Regierung und der Opposition. Jedem Fraktionsredner stehen 7 Minuten Redezeit zur Verfügung, wobei die erste und die letzte Minute „geschützt“ sind. 3 fraktionsfreie Redner stellen die neutrale Öffentlichkeit. Im Laufe der Debatte positionieren sie sich, d.h. sie sprechen sich für oder gegen die vorgeschlagene Maßnahme aus. Dazu stehen ihnen 3,5 Minuten zu, in denen sie ihre Positionierung mit mindestens einem neuen Argument untermauern müssen. Auch ihre Rede ist teilweise vor Zwischenrufen geschützt, in der ersten und der letzten halbe Minute.